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TV-Tipps und Rezensionen

Sardinien - Inseln der Feen und Hirten

Freitag, 25.05.2012, 11:15 Uhr, 3Sat

In den 60er Jahren entwickelte Aga Khan Sardinien zum Badeparadies für die Schönen und Reichen. Die Deutschen entdeckten ebenfalls gerade Sardinien, und so waren die exklusiven Ferienanlagen und Hotels an der Costa Smeralda bald in aller Munde.

Smaragdgrün und glasklar ist das Wasser fast um die ganze Insel herum, und Badeurlauber macher auch heute einen Großteil der Touristen aus. Aber sehen die Sonnenhungrigen das wahre Sardinien? Die Einheimischen verneinen das. Die Gallura mit ihren Korkeichenwäldern, die Karstgebirge des Supramonte oder die einsamen Dörfchen des Iglesiente - das ist echtes, unverfälschtes Sardinien. Wer die Insel wirklich kennenlernen will, muß vor allem aber die Menschen besuchen, die ihre Identität bewahren, indem sie alte Traditionen pflegen.

Sardafits Fotos zeigen die nackte Realität.Das Filmteam besucht die Tenores von Bitti, deren polyphone Gesänge auf die uralte sardische Hirtenkultur verweisen. Auch der Maskenschnitzer in Mamoiada führt den Ursprung seiner Mamuthones genannten Holzmasken auf alte Bräuche der Hirten zurück. In den archäologischen Museen von Nuoro und Sassari finden wir schließlich Bronzefiguren aus nuraghischer Zeit, die Hirten und ihre Tiere darstellen. Sardinien und seine Kultur waren jahrtausendelang vom Viehnomadentum geprägt. Und heute? In einem Tal in der Nähe von Urzulei trifft das Filmteam Sebastiano Cabras, einen 'modernen Hirten'. Nachdem Sebastiano seine Arbeit im Telekommunikationsbereich verloren hat, hält er Ziegen, Schafe und Schweine, baut Gemüse an und macht Wein. Einer von vielen tausend Teilzeit-Hirten, die notgedrungen zu einer traditionellen Lebensweise zurückgekehrt sind. Wie gesagt: Die Sarden waren immer auch Hirten.

Nach 'sardischer Identität' fragt der Film auch Musiker der populären Gruppe 'Janas' bei den Proben zu einem Konzert, den Arzt und Schriftsteller Giorgio Todde in Cagliari und den Archäologen Silvano Loris bei den Ausgrabungen eines nuraghischen Heiligtums nahe Oliena. Sardinien ist für sie alle mehr als eine autonome Region Italiens. Sardinien ist ein kleiner, vergessener Kontinent, dessen reiche Kultur und vielfältige Natur wieder entdeckt werden müssen.     

Im Trenino Verde durch Sardinien

Samstag, 26.05.2012, 17:15 Uhr, SWR

Wer über das Meer kommt, will uns bestehlen', so lautet ein altes sardisches Sprichwort. Heute kommen vor allem Touristen über das Meer und bringen ihr Geld mit. Einige erkunden die Mittelmeerinsel mit der Bahn. Hierfür eignen sich hauptsächlich die landschaftlich besonders reizvollen Schmalspurstrecken auf denen der Trenino verde, der kleine grüne Zug, entlang zuckelt. Der berühmte englische Schriftsteller D.H. Lawrence hat das 1919 auch schon gemacht und notiert in seinem Reisetagebuch: 'Es ist eine närrische Eisenbahn ... sie rattert durch Berg und Tal, nimmt gelassen die schärfsten Kurven; nicht wie das eine richtige große Eisenbahn tut, sondern mit einem tiefen Grunzen wendet sie sich und stänkert durch den Tunnel, rennt wie ein keuchendes Hündchen die Hügel hinan, tut einen Rundblick, saust in eine andere Richtung davon und schleift uns alle bedenkenlos hinter sich her.' Das ist noch heute so.

Unsere Reise beginnt in Pálau im Nordosten Sardiniens. Wir fahren mit dem Zug in die Barbagia, jener wilden, unzugänglichen Gegend, wo einst maskierte Banditen zu Hause waren und Reisende überfielen. Die Räuber lebten zurückgezogen in den Bergen. Das wohl berühmteste Banditendorf war Orgosolo, das heute für seine 'Murales', seine politischen Wandmalereien bekannt ist. Feinschmecker können beim Fang und der Zubereitung der 'Bottarga di Muggine' des 'Sardischen Kaviars' zu schauen. Eine Korkdesignerin macht aus Kork Kleider und Schuhe. Und in den Bergen hören wir den 'canto a tenore', einen melancholischen Gesang, der unter dem Schutz der UNESCO steht. Die UNESCO wacht auch über alte, große Steinhaufen, die Nuraghen. Sie sind das Wahrzeichen der Insel. Wir beenden die Reise im Süden Sardiniens und D.H. Lawrence schreibt: 'Und Wunder über Wunder: auf die Minute pünktlich fahren wir von Cagliari ab. Wir sind wieder unterwegs.'     

Welt der Tiere: Im Land des Widders - Sardinien

Sonntag, 27.05.2012, 15:45 Uhr, BR

Die letzte Urpopulation des Mufflons in Europa lebt heute im Gennargentu. In diesem Nationalpark im zentralen Gebirgsmassiv Sardiniens werden sie von Biologen erforscht. Während im 20. Jahrhundert Mufflons aus Sardinien erfolgreich auf dem Festland angesiedelt wurden, sind diese Tiere heute auf der Mittelmeerinsel trotz eines gut überwachten Jagdverbotes akut gefährdet.

Die Urwildschafe wurden vermutlich ebenso wie Damwild als Opfertiere in den westlichen Mittelmeerraum eingeführt. Bis heute zeigen sie keine Spuren von Domestizierung, keine der bekannten Hausschafrassen sind mit ihnen verwandt.

Der Bericht entführt in eine andere Welt. Wir meinen: Sehenswert!



 Bereits ausgestrahlte Beiträge sowie Kinofilme mit Bezug zu Sardinien:

Trauminseln im Mittelmeer - Naturpark zwischen Korsika und Sardinien



Korsika und Sardinien - zwei Traumziele im zentralen Mittelmeer. Zwischen den beiden Inseln wurde eines der ersten internationalen Schutzgebiete des Mittelmeeres etabliert: die Bouche de Bonifacio. Diese Meerenge mit ihren vielen kleinen Inseln beherbergt zahllose Tierarten. Wildschweine teilen mit den Urlaubern den Strand, große Kolonien von Krähenscharen tauchen bei ihrer Jagd nach Fischen wie Pfeile in das kristallklare Meer und eine nur auf einer Insel vorkommende Population von schneeweißen Eseln gibt den Experten bis heute Rätsel auf.  Sie leben auf der kleinen Insel Asinara - in den Ruinen eines ehemaligen Gefangenenlagers. Angeblich sollen sie ein Geschenk des Sultans von Ägypten an den französischen König gewesen sein. Auf dem Weg über das Mittelmeer strandete das Schiff, seitdem leben die Esel auf der Insel. Viele halten die Geschichte für pure Spekulation.
Auch unter Wasser lebt eine Vielzahl von Kreaturen: Delfine kreuzen durch das Gebiet, riesige Zackenbarsche erreichen hier dank des Schutzes ein hohes Alter, und farbenprächtige Polypen zeigen den guten Zustand der Unterwasserwelt an. Während das Gebiet im Winter von kräftigen Stürmen heimgesucht wird, fallen im Sommer Heerscharen von Urlaubern über die Inseln her. Letztere stellen für die Natur ein größeres Problem dar. Der Film begleitet eine Gruppe von italienischen und französischen Rangern bei ihrer engagierten Arbeit und zeigt ihren täglichen Spagat zwischen Tourismus und Naturschutz.

Sardinien - Barbarenland und Smaragdküste



In der Barbagia, dem Barbarenland, schlägt noch das ursprüngliche Herz Sardiniens. Den meisten Besuchern, die wegen der kilometerlangen Strände auf die Mittelmeerinsel kommen, ist das Hinterland Sardiniens unbekannt. Hier zeigt sich die Insel von ihrer urwüchsigen und ungezähmten Seite. Es ist eine wildromantische Landschaft. Sanfte Hügel wechseln sich ab mit bizarren Granitfelsen dann wieder weite Ebenen. Überall liegt der Duft von Macchia aus Immortelle, Ginster, Myrte, Thymian, Rosmarin und Wacholdersträuchern in der Luft. Bis über 1.800 Meter erheben sich die Berge. Der Gegensatz zum bekanntesten Küstenstreifen Sardiniens, der Costa Smeralda, könnte nicht größer sein, wo weiße Sandstrände, verschwiegene Buchten und immer wieder das smaragdgrüne Meer die Insel prägen.

Die Zeit ist im Hinterland Sardiniens keineswegs stehen geblieben - neue Häuser, Geschäfte und Straßen haben das Gesicht verändert - der Touristenlärm von der Küste dringt aber nur als schwaches Echo in die Bergtäler. Viele Frauen sind noch traditionell schwarz gekleidet und tragen Kopftücher. Die Menschen begegnen mit Zurückhaltung dem, was sich an den Küsten abspielt.

In Orune, einem abgelegenen Bergdorf, werden die Traditionen noch gelebt. Das Fest der Madonna della Consolata, die den Menschen Trost spenden soll, wird gefeiert. Auf der von Armut geprägten Insel gehörten Familienfehden und Blutrache viele Jahrhunderte zum Alltag. Kirchenfeste versöhnten die Menschen miteinander.

Der Film zeichnet ein Porträt von Sardiniens Hinterland und seinen Menschen. Er begibt sich aber auch an die einmaligen Küsten der zweitgrößten Insel im Mittelmeer. Er begegnet Hirten, Fischern, Korkschälern, Archäologen und einer Schneiderin, der es gelungen ist, aus Kork Stoff zu machen, um daraus extravagante Kleider zu kreieren. Im Mittelpunkt steht das Fest der Madonna della Consolata.

Sarah Wiener - Karwoche auf Sardinien



Sarah Wiener, Deutschlands prominenteste Köchin, ist in der Karwoche nach Sardinien gefahren. Im Norden der Insel, im kleinen, mittelalterlichen Ort Castelsardo wird auf besondere Weise an das Leiden Christi erinnert. Das will sie miterleben - und dabei in die Kochtöpfe schauen. Gestaltet wird die Karwoche von der Bruderschaft von Castelsardo. Sie ist erstmals im Jahre 1669 beurkundet. Der große Tag, auf den der ganze Ort hinlebt, ist der 'Lunissanti', der Montag vor Ostern. Dann ziehen die Männer des Dorfes, in weiße Kutten gehüllt, von morgens bis tief in die Nacht mit heiligen Gesängen durch die Straßen des Ortes. Weil nur zwölf Mitglieder der Bruderschaft dafür auserwählt werden, entbrennt in den Wochen davor ein heftiger Wettkampf um die begehrten Plätze. Wer nicht singt, darf bei der Prozession womöglich eines der Mysterien tragen, Gegenstände, die an das Leiden Christi erinnern. Sarah Wiener taucht ein in diese Welt der Confraternitá. Vor allem interessiert sie aber, was gekocht wird auf Sardinien: Artischockensalat, Gnochetti alla sarda, Ostergebäck. Und sie fährt aus dem Dorf hinaus auf das Land, um zu sehen, wie die Artischocken geerntet und Pecorino, der würzige sardische Käse, gemacht wird.
Sardinien - Städte, Strände, Steilküsten

Nach wie vor ist Sardinien eine Insel der Gegensätze. Weltoffene Hafenstädte auf der einen Seite, im Gegensatz dazu verschlossen wirklende Ortschaften im Landesinneren. Dazu imposante Steilküsten, die nur per Boot erreichbar sind ...



Sardinien - Insel der Hundertjährigen



Giovanni Vacca ist kürzlich 100 Jahre alt geworden und hat seinen Humor nicht verloren. Mariantonia Loddo, 103 Jahre alt, ist stolz auf ihre schönen Hände und singt von der Jugend, die viel zu schnell vergeht. Rosa Frau ist sogar 108 Jahre alt. Jeden Tag montiert sie ihre Kopfhörer und hört Radio. In Sardinien gibt es überdurchschnittlich viele Hundertjährige, nicht nur Frauen, sondern auch Männer. Das Phänomen der Langlebigkeit wird von einem Forscherteam untersucht. Ist es die Genetik? Die Ernährung? Inzwischen scheint das Geheimnis gelüftet zu sein.

Reisezeit - Von Korsika nach Sardinien



Unterschiedlicher können zwei Mittelmeerinseln nicht sein: die französische Insel Korsika und das italienische Sardinien. Ausgangspunkt der Inselfahrt ist Calvi auf Korsika. Im Süden der Insel, in Ajaccio, wurde Napoleon geboren. Ein Besuch gilt seinem dortigen Geburtshaus. Von Bonifacio können Reisende mit der Fähre nach Sardinien übersetzen. Dort sind die bizarren Steinformationen am Capo Testa ein beliebtes Ausflugsziel, ebenso wie die Wandmalerein in dem Bergdorf Orgosolo.    

Sardinien - Barbarenland und Smaragdküste



In der Barbagia, dem Barbarenland, schlägt noch das ursprüngliche Herz Sardiniens. Den meisten Besuchern, die wegen der kilometerlangen Strände auf die Mittelmeerinsel kommen, ist das Hinterland Sardiniens unbekannt. Hier zeigt sich die Insel von ihrer urwüchsigen und ungezähmten Seite. Es ist eine wildromantische Landschaft. Sanfte Hügel wechseln sich ab mit bizarren Granitfelsen dann wieder weite Ebenen. Überall liegt der Duft von Macchia aus Immortelle, Ginster, Myrte, Thymian, Rosmarin und Wacholdersträuchern in der Luft. Bis über 1.800 Meter erheben sich die Berge. Der Gegensatz zum bekanntesten Küstenstreifen Sardiniens, der Costa Smeralda, könnte nicht größer sein, wo weiße Sandstrände, verschwiegene Buchten und immer wieder das smaragdgrüne Meer die Insel prägen.

Die Zeit ist im Hinterland Sardiniens keineswegs stehen geblieben - neue Häuser, Geschäfte und Straßen haben das Gesicht verändert - der Touristenlärm von der Küste dringt aber nur als schwaches Echo in die Bergtäler. Viele Frauen sind noch traditionell schwarz gekleidet und tragen Kopftücher. Die Menschen begegnen mit Zurückhaltung dem, was sich an den Küsten abspielt.

In Orune, einem abgelegenen Bergdorf, werden die Traditionen noch gelebt. Das Fest der Madonna della Consolata, die den Menschen Trost spenden soll, wird gefeiert. Auf der von Armut geprägten Insel gehörten Familienfehden und Blutrache viele Jahrhunderte zum Alltag. Kirchenfeste versöhnten die Menschen miteinander.

Der Film zeichnet ein Porträt von Sardiniens Hinterland und seinen Menschen. Er begibt sich aber auch an die einmaligen Küsten der zweitgrößten Insel im Mittelmeer. Er begegnet Hirten, Fischern, Korkschälern, Archäologen und einer Schneiderin, der es gelungen ist, aus Kork Stoff zu machen, um daraus extravagante Kleider zu kreieren. Im Mittelpunkt steht das Fest der Madonna della Consolata.   

Vor 30 Jahren - Pasquale Buesca - Bericht aus der Barbarei



Ganz wohl war es einem TV-Team wohl nicht, als es Anfang der 80erJahre in das Dorf Orgosolo im Hochland von Sardinien hinauffuhr. Dieser Ort mit 5000 Einwohnern ist bis vor einem Vierteljahrhundert von der modernen Welt fast abgeschnitten gewesen und galt als gefährliches Banditendorf. Die Schafhirten von Orgosolo, Opfer jahrhundertelanger Unterdrückung, hatten mit Raubzügen, Überfällen und Entführungen zurückgeschlagen. Die deutschen Fernsehleute hatten sich also auf das Schlimmste eingestellt, doch dann kam alles ganz anders.     

Fernweh - Sardinien



Sardinien ist anders, kein liebliches Italien mit sanften Wellen, die sich langsam auslaufend an den sandigen Gestaden verlieren, sondern bizarre Felslandschaften, die hinunter stürzen in smaragdgrüne kleine Buchten. Und mit Menschen, die am liebsten abgeschieden leben vom Rummel und deren Charakter sich vielleicht am besten in der Landschaft widerspiegelt: knorrig und rau, aber auch stolz, zäh und aufrichtig. Ob im edlen Porto Cervo oder in den Korkeichenwäldern mit den Schafhirten und ihren Herden, ob in der alten Welt der Nuraghen oder in altehrwürdigen Städten, ob in ländlich verträumten Dörfern oder in den Sanddünen von Alghero - Sardinien ist fast überall irgendwie anders.

August Sander - Eine Reise nach Sardinien


Der Kölner Fotograf August Sander ist eigentlich für seine Porträtserie 'Menschen des 20. Jahrhunderts' bekanntgeworden. Seine Fotografien der Insel Sardinien, die er auf einer mehrwöchigen Reise im Jahr 1927 aufgenommen hat, wurden von der Öffentlichkeit bisher kaum wahrgenommen.

Sander fotografiert auf seiner gemeinsamen Reise mit dem Schriftsteller Ludwig Mathar die Landschaft, die Architektur und die Menschen, vor allem die Bauern der Insel. Auch auf Sardinien geht es ihm darum, das Typische herauszuarbeiten, das die Menschen und das Land damals gekennzeichnet hat. August Sander hat Sardinien so wie kein anderer Fotograf porträtiert, noch dazu in einem wichtigen historischen Moment - vor dem Einzug der Moderne.     

Verboten (Italien/Frankreich 1954)


Das atmosphärische Drama 'Verboten' zeigt Hollywoodstar Mel Ferrer als idealistischen Priester, der auf Sardinien zwei verfeindete Clans versöhnen will.

Auf der Grundlage eines Romans der sardischen Literatur-Nobelpreisträgerin Grazia Deledda erzählt 'Verboten' von der Fehde zweier Großfamilien und dem Versuch eines Priesters, dem Töten Einhalt zu gebieten. Regisseur Mario Monicelli, berühmt geworden vor allem durch Komödien wie 'Diebe haben's schwer', beweist dabei großes Gespür für die authentische Darstellung des Lebens in der sardischen Provinz. In manchen Szenen entwickelt sein Drama eine beinahe dokumentarisch anmutende Atmosphäre. Die Hauptrolle spielt Hollywoodstar Mel Ferrer ('Die Ritter der Tafelrunde'), der häufig in italienischen Produktionen mitwirkte.

Voller Idealismus kehrt der Priester Don Paolo (Mel Ferrer) nach Jahren auf dem italienischen Festland in sein entlegenes Heimatdorf auf Sardinien zurück. Dort hat sich einiges verändert: Zwischen den beiden mächtigsten Familien der Gegend, den Corraines und den Barras, tobt eine blutige Fehde. Niemand weiß mehr so recht, wie der Streit einst begann, dennoch führen beide Seiten ihn unerbittlich fort - und da jeder im Dorf mit einer der Familien verwandt oder verschwägert ist, sind alle Bewohner davon betroffen. Zunächst ahnt Paolo nichts von dem Familienkrieg. Als ein Mitglied des Corraine-Clans ums Leben kommt, sprechen aus Angst alle von einem Unfall. Sehr schnell aber deckt Paolo die wahren Hintergründe der Tat auf. Um weiteres Blutvergießen zu verhindern, versucht er, zwischen den Patriarchen der beiden Familien zu vermitteln - ohne Erfolg. Nicht einmal die Polizei kann dem Treiben Einhalt gebieten: In der kargen sardischen Provinz leben und handeln die Menschen nach ihren eigenen, archaischen Gesetzten.

Schließlich treten die Clan-Oberhäupter Constantino Corraine (Amedeo Nazzari) und Niccodemo Barras (Henri Vilbert) in einem Zweikampf gegeneinander an, bei dem der alte Barras getötet wird. Nun endlich will dessen Tochter Agnese (Lea Massari) den Kreislauf der Gewalt durchbrechen. Auf Paolos Zuspruch hin erklärt sie sich bereit, als Symbol des Friedens einen Neffen Corraines zu heiraten - obwohl sie in Wahrheit in Don Paolo selbst verliebt ist. Da auch Paolo sich immer stärker zu der schönen jungen Frau hingezogen fühlt, verlässt er das Dorf, um Abstand zu gewinnen. Die Folgen sind fatal: Als die Corraines sich wenig später von Agnese zurückgewiesen und in ihrer Ehre verletzt fühlen, eskaliert die Situation im Dorf.     

Bergauf-Bergab



Sonne, Strände und das azurblaue Meer - als Tourismusdestination wird Sardinien schnell auf diese drei Attraktionen reduziert. Die grandiose und vielfältige Bergwelt der zweitgrößten Insel Italiens nehmen die meisten Besucher tatsächlich nur als malerische Urlaubskulisse wahr. Für unternehmungsfreudige Bergurlauber eröffnen die vielgestaltigen Berglandschaften großartige Tourenmöglichkeiten: Kletterer können Strand- und Gipfelerlebnis ganz unmittelbar verbinden, wenn sie etwa an der kühnen Felsnadel von Goloritze, die 90 Meter hoch über einem weißen Sandstrand in den Himmel ragt, den 'schwierigsten Normalweg' auf einen italienischen Gipfel bewältigen. Wanderer lernen bei Bergtouren das karge Reich der Hirten kennen, und sie können sich von einem Ortskenner zu einem von Überraschungen geprägten Abstieg von der felsigen Steilküste zum Meer begleiten lassen - mit der Durchquerung einer faszinierenden Tropfsteinhöhle. 

Sarah Wiener: Karwoche auf Sardinien



Sarah Wiener, Deutschlands prominenteste Köchin, ist in der Karwoche nach Sardinien gefahren. Im Norden der Insel, im kleinen, mittelalterlichen Ort Castelsardo wird auf besondere Weise an das Leiden Christi erinnert. Das will sie miterleben - und dabei in die Kochtöpfe schauen. Gestaltet wird die Karwoche von der Bruderschaft von Castelsardo. Sie ist erstmals im Jahre 1669 beurkundet. Der große Tag, auf den der ganze Ort hinlebt, ist der 'Lunissanti', der Montag vor Ostern. Dann ziehen die Männer des Dorfes, in weiße Kutten gehüllt, von morgens bis tief in die Nacht mit heiligen Gesängen durch die Straßen des Ortes. Weil nur zwölf Mitglieder der Bruderschaft dafür auserwählt werden, entbrennt in den Wochen davor ein heftiger Wettkampf um die begehrten Plätze. Wer nicht singt, darf bei der Prozession womöglich eines der Mysterien tragen, Gegenstände, die an das Leiden Christi erinnern. Sarah Wiener taucht ein in diese Welt der Confraternitá. Vor allem interessiert sie aber, was gekocht wird auf Sardinien: Artischockensalat, Gnochetti alla sarda, Ostergebäck. Und sie fährt aus dem Dorf hinaus auf das Land, um zu sehen, wie die Artischocken geerntet und Pecorino, der würzige sardische Käse, gemacht wird.

Wildes Sardinien: Naturfilm

Die letzte Urpopulation des Mufflons in Europa lebt heute im Gennargentu. In diesem Nationalpark im zentralen Gebirgsmassiv Sardiniens werden sie von Biologen erforscht. Während im 20. Jahrhundert Mufflons aus Sardinien erfolgreich auf dem Festland angesiedelt wurden, sind diese Tiere heute auf der Mittelmeerinsel trotz eines gut überwachten Jagdverbotes akut gefährdet.

Die Urwildschafe wurden vermutlich ebenso wie Damwild als Opfertiere in den westlichen Mittelmeerraum eingeführt. Bis heute zeigen sie keine Spuren von Domestizierung, keine der bekannten Hausschafrassen sind mit ihnen verwandt.

Der Bericht entführt in eine andere Welt. Wir meinen: Sehenswert!

Sardinien, Stolz und Ehre hoch zu Ross

Erstausstrahlung - 360° - Geo Reportage; Deutschland 2010

Es sind die letzten ruhigen Tage in Sedilo, einem Bergdorf in Zentralsardinien, nahe dem Lago Omodeo. Viele der rund 2.400 Einwohner sind Hirten. Begriffe wie Ehre und Familie haben große Bedeutung, und lange Zeit war das Leben im Dorf noch von Blutrache und Entführungen überschattet. Sedilo ist ein Dorf der Reiter und Austragungsort des größten Spektakels auf Sardinien - der Ardia. Bei diesem Pferderennen zu Ehren des Heiligen und ehemaligen römischen Kaisers Konstantin geht es nicht um Geld, sondern um Ruhm und religiöse Gelübde.

Schon als Jugendliche haben sich die Männer des Dorfes dafür in das Buch des Priesters eingetragen, der jedes Jahr den ersten Fahnenträger, den Anführer des Rennens, bestimmt. In diesem Jahr ist Don Agostinos Wahl auf Giovanni Mula, genannt Su Bellu - der Schöne, gefallen. Su Bellu hatte im letzten Jahr einen schweren Unfall. Eigentlich ist er noch nicht fit genug, mit Dutzenden wilden Reitern um die Kirche zu jagen. Doch er hat dem Heiligen Konstantin sein Versprechen gegeben.

Allerdings ist es nicht einmal klar, ob die Ardia in diesem Jahr überhaupt stattfinden wird. Im letzten Jahr gab es einen tödlichen Sturz, und nun haben sich Inspektoren aus Rom angesagt, die neue Sicherheitsauflagen fordern, wie Unfallversicherungen, tierärztliche Kontrollen und Alkoholtests. Einige der stolzen Reiter wollen das Rennen unter diesen Umständen boykottieren. Su Bellu aber hofft, dass die Reiterkollegen einlenken und ihm als Hauptdarsteller eine schöne Ardia ermöglichen. Denn er weiß: In diesem Jahr werden es sein Name, seine Familienehre und sein Gelübde sein, die sich dann auf ewig mit der Geschichte der Ardia von Sedilo verbinden.


Pans Erbe

Ein Ziegenhirte auf Sardinien Deutschland 2007

Viehhirten sind aus dem modernen Europa beinahe vollständig verschwunden. Auf Sardinien hat sich die archaische und traditionsbewusste Lebensweise, zumindest in eingeschränkter Form, jedoch erhalten können. Aber auch dort beginnt die traditionelle einer modernen Viehhaltung zu weichen. Antonello, knapp 50 Jahre alt, besitzt in den Hügeln Südsardiniens einen einfachen Stall, der gemäß den gesetzlichen Vorschriften mit Melkmaschinen ausgestattet ist. Diese Maschinen hat Antonello jedoch nie benutzt. Seine 250 Ziegen melkt er von Hand. Er kennt sie sogar alle mit Namen. Seiner Meinung nach können diejenigen seiner Kollegen, die begonnen haben, ihre Ziegen maschinell zu melken, die Tiere gar nicht mehr auseinanderhalten. Seine besondere Einstellung färbt auch auf seine anderen Tätigkeiten ab - sei es die Art, wie er Käse macht, schlachtet oder bei den Geburten der Zicklein hilft. Auch die Art und Weise, wie er für zahlende Gäste typisch sardische Speisen zubereitet, hat Tradition. Nicht zuletzt spiegelt sich diese Nähe zur Tradition auch in den von Antonello gefertigten Steinfriesen und Skulpturen wider, die das Hirtendasein und weitere mythologische Themen umkreisen. In ihnen ersteht Pans Welt noch einmal auf.

Der Film begleitet den traditionsbewussten sardischen Ziegenhirten Antonello Salis bei der Arbeit und zeigt dessen enge Verbindung zu seinen Tieren und zur Natur.


Das Gold von Cabras - Sardiniens Bottarga



An der Küste vor Oristano, im 'Wilden Westen' der Mittelmeerinsel Sardinien, liegen die Fanggründe für Meeräschen und Thunfisch, aus denen eine seltene Spezialität hergestellt wird: Bottarga, der sardische Namen für getrockneten Fischrogen. In der Stadt Oristano gibt es kleinere Fabriken, die den Fischrogen trocknen, damit er die Konsistenz und fast die Farbe von Bündner Fleisch erhält.

Die Bottarga ist salzig, sehr würzig, mit fast rauchigem Geschmack. Sie wird zur Pastasoße, Carpaccio oder zur Antipasti verarbeitet. An vielen Orten der Küste Sardiniens wird die Bottarga hergestellt und damit gehandelt.   

Im Herzen Sardiniens



Sardinien, die zweitgrößte Insel im Mittelmeer, ist eine mysteriöse und bezaubernde Insel, deren Einwohner noch heute zwei alte romanische Sprachen sprechen und wo zur Weihnachtszeit Mandelbäume blühen. Dort werden Traditionen gelebt und gepflegt. Der Prototyp eines Sarden ist auch heute noch der Hirte, der seine Herde über karge und unwegsame Weideflächen führt und so seinen Teil zur Produktion des beliebten Pecorino-Käses beiträgt. Hirten waren wohl auch die Erfinder der ersten Musikinstrumente, beispielsweise des 'trimpanu', das so hohe Töne erzeugt, dass Tiere scheuen. Von den Tälern des Campidano bis zu den Granitspitzen in Gallura und den Korkeichenwäldern bei Tempio Pausania kann man sogar Spuren der Urkultur finden: 7.000 Nuraghen, wie die kegelförmigen Wohntürme der Bonnanaro-Kultur heißen, erinnern an die sardische Jungstein- und Bronzezeit. Dazu passt auch die archaisch anmutende Musik der 'Tenores' von Bonnanaro, die heute noch von einfachen Bauern mit durchdringenden Stimmen a cappella gesungen wird. Der Film von Gino Cadeggianini stellt Sardinien vor. 

Auf Sardinien: Anthony Bourdain - Eine Frage des Geschmacks


Anthony Bourdain ist Koch, Schriftsteller und Restaurantinhaber in New York. Seine Veröffentlichungen sind keine Kochbücher, sondern Kriminalromane und Tatsachenberichte, die jedoch meistens mit der Gastro-Szene zu tun haben. Im amerikanischen Fernsehen hat er eine eigen Serie.

Zum Entrée Pecorino, Speck und Würste, anschließend Ravioli, gefüllt mit Ricotta und wildem Fenchel. Als Hauptgang folgt knuspriger, goldbrauner Ziegenbraten. Und zum Dessert gibt's gegrillten Käse mit handgemachtem Honig. Anthony Bourdain wird bei seinem Besuch auf Sardinien fürstlich verwöhnt. Was nicht überrascht, denn erstens hat die Insel, gut sechs Stunden Schiffsreise vom Festland entfernt, kulinarisch einiges zu bieten, und zweitens besucht der Feinschmecker hier entfernte Verwandte. Die Vorfahren seiner Frau Ottavia, die Anthony auf dieser Reise begleitet, stammen nämlich aus Sardinien. Trotz südländischer Gelassenheit sind die Bewohner des felsigen Mittelmeer-Eilands in einem Punkt eher halsstarrig: Sardinien ist nicht Italien! Die stolzen Sarden haben nämlich nicht nur eine eigene Sprache, sondern auch eine eigene Kultur. Im Grunde eigentlich alles, was man an Italien besonders schätzt, nur ein wenig intensiver.

Kochgeschichten Sardinien

Auf Sardinien gibt es die Küstengebiete mit beliebten touristischen Stränden und schroffe Gebirge im Inneren. Diese wilde und waldige Gegend im Herzen der Mittelmeerinsel heißt Barbagia. Die Schafe der Hirten geben die Milch für den typischen Käse, der für Einheimische zu jeder Mahlzeit gehört. Die Schweine, eine Kreuzung aus Wild- und Hausschwein, liefern würzigen Schinken, Speck und Wurst. Kleine Ristoranti und Trattorien servieren sardische Spezialitäten aus den Produkten dieser Region. So auch die kleine Küche von Signora Anna Maria Mele im Bergdorf Teti: Zu den zahlreichen Vorspeisen in der 'Osteria d'Oasi' passt das runde Fladenbrot 'pane carasau'  oder dessen hauchdünne Version, das Notenblatt 'carta da musica' - alles hausgemacht. Vor dem Hauptgericht mit Fleisch gibt es Pasta, zum Beispiel 'maccarone' mit Frischkäse, gewürzt mit Nuss- oder Tomatensoße. Beim Mittagessen 'alla sarda' gehört am Ende selbst hergestellter Weich- oder Hartkäse dazu. Als Süßspeise folgt oft 'Sebada'. Das sind Teigtaschen, gefüllt mit säuerlichem Frischkäse und feinen Zitronenschalen, in Öl gebacken, verfeinert mit dem inseltypischen herb-bitteren Wildhonig aus den Blüten des Erdbeerbaums. Neben der ländlichen Küche stehen an der Küste Gerichte mit Meeresfrüchten auf der Karte. Christiano Putzolu serviert frische Schätze aus dem Meer. Sein Ristorante 'da Lucio' liegt am Golf von Oristano, in dem kleinen Fischerhafen Marccedi. Tintenfische, Meeräschen, Arselle - Muscheln, die dort durch das Meer eine besondere Farbe haben - werden täglich fangfrisch zubereitet. Und was wäre die sardische Küche ohne Wein?

Martin Lippl stellt in seinem Film die sardische Küche und die sardischen Weine vor.   

Spezialitäten aus Sardinien (Abenteuer Leben - täglich Wissen)


Der 37-jährige Giulio Raga, gebürtiger Kölner, ist Sohn eines sardischen Emigranten. Aufgewachsen auf Sardinien, kam er mit elf Jahren nach Deutschland. 'Abenteuer Leben - täglich Wissen' heftet sich an die Fersen des Sardinien-Spezialisten und begleitet ihn auf der Suche nach neuen Produkten. Das Besondere: Giulio ist als Sarde 'einer von ihnen', er ist immer mittendrin - beim Brotbacken, beim Melken der Schafe oder beim Zubereiten von Lammspezialitäten für ein Dorffest ...

Zu Tisch ... auf Sardinien

In Sardafits Gärten gibt es Allerlei zu ernten.Aurelia Tegas steht im Mittelpunkt dieser Folge der Reihe "Zu Tisch ... ". Vorgestellt wird ihre bodenständige sardische Küche, die in erster Linie Produkte verarbeitet, die die Familie selber anbaut. Vom Trocknen und Einkochen der Tomaten bis zur Herstellung von Pane Carasau, dem typischen sardischen Fladenbrot, wird alles selber gemacht.

Der Sohn liefert Fleisch, Milch und Käse von eigenen Schafen und Ziegen, Obst und Gemüse wächst in den eigenen Gärten der Familie. Gezeigt wird die Zubereitung von Gerichten wie "Culurgions" (Teigtaschen mit würziger Füllung aus Pellkartoffeln und Käse) oder "Pardulas" - Teignester mit süßer Frischkäsefüllung.

"Frauen lieben anders als Männer"

"Alle Anderen" - ein Film von Maren Ade

"Frauen lieben anders als Männer" - selbst solche Plattitüden läßt Maren Ade erst noch durch ihre Filme wandern und bringt somit unaufgeregte, aber sehr sehenswerte Bilder ins Kino.

Erst recht, wenn diese Bilder zu großen Teilen in Sardinien gedreht wurden. Eigentlich ein Allerweltsthema - ein Paar knapp über dreißig reist nach Sardinien. Dort lernt man ein anderes Paar kennen - ein wenig moderner, ein wenig cooler, ein wenig besser drauf. Und damit fangen die Probleme an, Prpbleme in einer Beziehung, Probleme mit Gefühlen und dem dazu-stehen.

Sicher sehenswertes Kino; drei Auszeichnungen auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin und weitere Festivalteilnahmen in Buenos Aires, Linz und Bozen sprechen eine deutliche Sprache. Und in der vorletzten Aprilwoche erhielt Maren Ade den mit 25.000 € dotierten Internationalen Filmpreis für Spielfilmregisseurinnen auf einem Festival in Dortmund / Köln.




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